Geschichten und Erlebnisse

Aus dem Leben einer Tagesmutter/Wochenrückblick

Montag

Irgendwie werden die Kids übers Wochenende wieder auf Werkzustand gestellt. Konnte Hans sich am Freitag noch eigenständig aus UND anziehen gibt’s jetzt schon Drama bei den Hausschuhen.Laufen hat er anscheinend auch verlernt….Das 17-Kilo-„Baby“muss von Mama geschleppt werden. Auch die Abschiedsszene (Betonung auf Szene! )darf sich heute gerne wieder mal über 45 Minuten ziehen. And the Oscar goes to….

Dienstag

Heute geht der Abschied wieder zügiger. ..eigentlich schon eher fluchtartig. Letzter zu verstehender Satz der dahineilenden Mutti:“Übrigens. ..er hat heut Nacht gekötzelt..aber er ist wieder aufem Damm!“

Damm und Kind brechen leider schon beim Frühstück,knapp an meinem Kaffee vorbei,dafür auf meine Jeans. Kind darf abgeholt werden,ich spritze die Hallen mal wieder mit Sagrotan aus.

Mittwoch

Heute habe ich einen Ausflug zum See geplant,Pappi liefert nicht nur seine Tochter sondern auch ne To-Do-Liste:

„Ja nun sag der Andrea mal, was sie alles mitnehmen MUSS….was muss die alles einpacken für meine Grete?

Ein Eimerchen!

Ein Schüppchen!

Ein Gießkännchen!…….. ..

Und ein Eis mag mein Schatz auch,gell?“

Wärend er weiter aufzählt überlege ich ob ich mit Totschlag im Affekt in einem minderschweren Fall davon komme wenn ich ihm EIMERCHEN oder SCHÜPPCHEN über den Kopp ziehe. Ein einfaches DANKE für die Sonderaktion hätte gereicht!

Donnerstag

Rudi hat einen Popo, der eigentlich nur noch mit „pavianmäßig“ zu beschreiben ist.Bin ratlos,achte akribisch auf säurefeie Ernährung, selbst der Früchtetee wurde gegen Fenchel ausgetauscht.Sah jetzt auch tagelang gut aus,warum leuchtet mich dieser Hintern wieder so an?

Mutti erklärt mir abends mit verschämten Lächeln…Hach, da sei wohl sie dran schuld…sie habe abends Mandarinen gegessen…und der Lüdde mag die auch SO GERNE. SO GERNE ist hier äquivalent mit einem 1.5 Kilo – Netz!

Freitag

Die Sonne brennt schon um 8.00Uhr vom Himmel …was Muddi nicht daran hindert, ihr Kind mit Wintermütze abzuliefern.Sie wollte doch unbedingt diese Mütze und nur und ausschließlich diese Mütze aufsetzen,nichts und niemand hätte sie davon abhalten können..andere Kappe durfte nichtmal mit!.

Jo….is ja auch schier unmöglich sich gegen son rebellischen 15-Monats-Killer-Knirps durchzusetzen.

Wünsche viel Spaß in der Pubertät!

Und ihr so?

10 Kinderregeln

  1. Wenn ich es mag, ist es MEINS
  2. Wenn es in meiner Hand ist, ist es MEINS

  3. Wenn ich es Dir wegnehmen kann, ist es MEINS

  4. Wenn ich es schon mal hatte, ist es MEINS

  5. Wenn es MEINS ist, kann es niemals DEINS sein

  6. Wenn ich etwas mache oder baue, sind alle Bausteine MEINE

  7. Wenn es aussieht wie MEINS, ist es MEINS

  8. Wenn ich es zuerst gesehen habe, ist es MEINS

  9. Wenn Du etwas weglegst, mit dem Du gespielt hast, ist es automatisch MEINS

  10. Wenn es kaputt ist, ist es DEINS !!!

Die Tagesmutter

Ein kleiner Junge hatte beim Stiefelanziehen Probleme und so kniete seine Tagesmutter sich nieder, um ihm dabei zu helfen. Mit gemeinsamem Stoßen, Ziehen und Zerren gelang es, zuerst den einen und schließlich auch noch den zweiten Stiefel anzuziehen.

Als der Kleine sagte: „Die Stiefel sind ja am falschen Fuß!“, schluckte die Tagesmutter ihren Anflug von Ärger runter und schaute ungläubig auf die Füße des Kleinen. Aber es war so: links und rechts waren tatsächlich vertauscht. Nun war es für die Tagesmutter ebenso mühsam wie beim ersten Mal, die Stiefel wieder abzustreifen. Es gelang ihr aber, ihre Fassung zu bewahren, während sie die Stiefel tauschten und dann gemeinsam wieder anzogen, ebenfalls wieder unter heftigem Zerren und Ziehen.

Als das Werk vollbracht war, sagte der Kleine: „Das sind nicht meine Stiefel!“ Dies verursachte in ihrem Inneren eine neurliche, nun bereits deutlichere Welle von Ärger und sie biss sich heftig auf die Zunge, damit das hässliche Wort, das darauf gelegen hatte, nicht ihrem Mund entschlüpfte.

So sagte sie lediglich: „Warum sagst du das erst jetzt?“ Ihrem Schicksal ergeben, kniete sie sich nieder und zerrte abermals an den widerspenstigen Stiefeln, bis sie wieder ausgezogen waren.

Da erklärte der Kleine deutlicher: „Das sind nicht meine Stiefel, denn sie gehören meinem Bruder. Aber meine Mutter hat gesagt, ich muss sie heute anziehen, weil es so kalt ist.“

In diesem Moment wusste die Tagesmutter nicht mehr, ob sie laut schreien oder still weinen sollte. Sie nahm nochmals ihre ganze Selbstbeherrschung zusammen und stieß, schob und zerrte die blöden Stiefel wieder an die kleinen Füße. Endlich fertig. Dann fragte sie den Jungen erleichtert: „Okay, und wo sind deine Handschuhe?“

Darauf der Kleine: „Ich hab sie vorn in die Stiefel gesteckt.“

🙂 🙁 🙂 🙁 🙂 🙁 🙂 🙁 🙂 🙁